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Trendelburg
Märchen und Mythen
Sagen- und Märchenhaftes aus Trendelburg
Märchen und Mythen aus längst vergangener Zeit ranken sich
um historische Stätten und Burgen. Die mittelalterliche Burg Trendelburg
am Rand des Reinhardswaldes ist Schauplatz zahlreicher Mythen aus vor-
und christlicher Zeit.
Wer kennt sie nicht, die Geschichten von den Bremer Stadtmusikanten,
dem Rattenfänger von Hameln, Dornröschen und Rapunzel. Die Brüder
Grimm hinterlassen einen Pfad auf ihrem Weg durch viele Regionen. Die
Deutsche Märchenstraße folgt diesen Pfaden.
In Trendelburg, einer mittelalterlichen Burganlage, hoch auf dem Berg,
finden mittelalterliche Tafeleyen in zeitgemäßen Kostümen
statt. Teil der Burganlage ist der Rapunzel-Turm. Hier soll Rapunzel ihren
Zopf für den Prinzen herabgelassen haben. Der Turm heißt heute
Hochzeitsturm und wird an Hochzeitspaare vermietet, die sich auf der Burg
trauen lassen.
Die Namensgeberin der Burg „Trendula“ wurde der Sage nach
vom Blitz auf freiem Feld erschlagen. Heute sind die Spuren des Blitzes
zu sehen als die sogenannten „Wolkenbrüche“, ein fast
unzugänglicher Krater mit einem See in der Tiefe, den der Besucher
auf einem Pfad umrunden kann.
Geschichte, Märchen, Sagen, Legenden – welcher Erwachsene
kennt nicht den Schauer dieser geheimnisvollen Welt.
Für Kinder, die diese Erfahrung erst machen, ein einzigartiges Erlebnis!
Märchenführungen
Infos: Tel. (0 56 75) 74 99 18
Märchenerzählungen oder –führungen
in deutsch oder englisch:
Dorothea Lütticke, Tel. (0 55 44) 73 28
Tafeleyer: Ritter Dietrich, Dieter Uffelmann vom Märchenland
Reinhardswald,
Tel. (0 56 71) 50 70 400
Burg Trendelburg, Hochzeit wie im Märchen:
Tel. (0 56 71) 90 90
Märchen und Mythen um Trendelburg
Der Reinhardswald ist das grüne Herz der Region. Burg und Stadt
Trendelburg sind vielerorts der Schauplatz erzählter Märchen
und Mythen. Trendula hieß die beherrschende Figur im phantasiereichen
Reich der Erzählungen um die Entstehungsgeschichte der Stadt. Mal
war sie die zarte umworbene Braut, mal die Riesin mit ungemütlichen
Wesen, die vom aufgebrachten, geknechteten Volk den Naturgewalten ausgesetzt
und vom Blitz erschlagen wurde.
Der Variationen gibt es einige. Spannend in kultur-historischem Zusammenhang
sind sie alle, denn es gibt sie überall, die unterschiedlichen Versionen
der Märchen und Legenden.
Auf den "Wolkenbruch" zwischen Trendelburg und Friedrichsfeld
beziehen sich folgende Sagen und Märchen:
Im "Erdfall" der Brüder Grimm erscheint eine Alte, die
Erlösung wünscht, aus einem See in dem ein Schloß und
ein Schatz versunken sind.
Der "Wolkenbruch" oder "Wolkenborst" war der Ort,
an dem eine als gotteslästerlich und reich geschilderte Frau aus
Trendelburg vom Volk verurteilt wurde, sie auf offenem Feld dem Unwetter
auszusetzen. Dort wurde sie vom Blitz erschlagen und es entstand ein großer
Krater (nach Lyncker, 1853).
In der Sage von "Trendula" wird von drei Schwestern berichtet,
die Töchter des Riesen Kruko ( als Riesen werden in diesen Erzählungen
Menschen aus vorchristlicher Zeit bezeichnet). Aufgrund der Tatsache,
dass Trendula den heidnischen Göttern treu blieb, kam es zu Unstimmigkeiten
zwischen den Schwestern. Die beiden christlich getauften Brama und Saba
ließen neue Burgen bauen, um sich von ihrer Schwester zu trennen.
Aus Zorn tötete Trendula dann ihre Schwester Saba im Gebiet der Mordkammer.
Wie in der Sage vom "Wolkenborst" wird sie vom Blitz erschlagen,
weil man sie für ihre Vergehen bestrafen wollte.
In einer anderen Variante ist dann der alternder Graf Kruko der Bösewicht,
der sich in Trendula verliebt, sie ihn aber abweist. Am "Wolkenbruch"
ereilt sie ihr Schicksal als Mordopfer des lüsternen Grafen.
In "Trendula versetzt Berge" gestaltet Trendula als "Riesin"
die Landschaft, indem sie in ihrer Schürze Steine und Erde sammelt,
Teile verliert oder ausschüttet.
Märchen und Mythen aus längst vergangener Zeit ranken sich
um historische Stätten und Burgen. Die mittelalterliche Burg Trendelburg
am Rand des Reinhardswaldes ist Schauplatz zahlreicher Mythen aus vor-
und christlicher Zeit. Trendelburg-Gottsbüren wurde im Mittelalter
zum Wallfahrtsort, weil dort eine als Wunder angesehene 'blutende' Hostie
aufbewahrt wurde.
In Trendelburg-Eberschütz wird heute an der früh geschichtlichen
Ringwallanlage eine Stelle gezeigt, an der ein Missionar durch ein Wunder
( ein Wanderstab verwandelte sich in einen ausschlagenden Ast ) die "Heiden"
bekehrte.
In den von den Brüdern Grimm gesammelten Volksmärchen wird
von einem gefährlichen Wassergeist erzählt, der jedes Jahr sein
Opfer verlangt - der Diemelnix. Durch Brot- und Fruchtopfer wurde er besänftigt.
Bad
Karlshafen / Trendelburg
Die Sage von der Krukenburg
Der Märchenlandweg führt den Krukenberg hinauf auf das Gelände der Krukenburg. Lassen Sie sich von
den mächtigen Bauten in das Mittelalter entführen und genießen
Sie einen herrlichen Ausblick auf Helmarshausen und das Diemeltal vom
begehbaren Bergfried aus.
Der Sage nach wohnte hier der Riese Kruko mit seinen drei Töchtern
Brama, Saba und Trendula.
Nachdem der Vater gestorben war, hatten Brama und Saba den christlichen
Glauben angenommen, der sich im Diemeltal schnell ausbreitete, während
Trendula den alten heidnischen Göttern treu blieb.
So kam es, dass Trendula ihre beiden Schwestern verfolgte und ihnen das
Leben erschwerte.
Besonders Brama hatte hierunter schwer zu leiden und erblindete vom vielen
Weinen. Sie beschloss, des Vaters Burg zu verlassen und baute auf dem
anderen Weserufer die Bramburg.
Nun richtete sich der ganze Hass der heidnischen Schwester gegen Saba,
sodass dieses ebenfalls die Krukenburg verließ und im Reinhardswald
die Sababurg errichtete.
Von hier aus besuchte sie ihre arme und blinde Schwester Brama.
Wenn sich am Abend dichter Nebel in die Täler der Diemel und der
Weser legte, verließ sie die Sababurg und eilte mit mächtigen
Schritten zur Bramburg.
Hier blieb sie, bis die ersten Sonnenstrahlen über den Höhen
des Reinhardswaldes erschienen und machte sich erst dann auf den Heimweg.
Trendula aber hatte von den nächtlichen Besuchen gehört und
beschloss, ihre Schwester zu töten. Als Saba wieder einmal ihre Schwester
besucht hatte und auf dem Heimweg in der Nähe der Krukenburg vorbei
kam, fiel Trendula über sie her und erwürgte sie.
Der Ort des Geschehens wird noch heute „Mordkammer“ genannt.
Nach diesem schrecklichen Ereignis wollte auch Trendula nicht mehr auf
der Krukenburg bleiben. Sie verließ ihre Heimat und erbaute sich
12 km flussaufwärts die Trendelburg.
Aber auch dort setzte sie ihre bösen Taten fort und ließ für
die Kinder Schuhe aus Brotteig herstellen, damit diese auf der Gottesgabe
herumtreten sollten.
Lange sah sich der Christengott diesen Frevel nicht an. Er ließ
ein Gewitter aufziehen, das sieben Tage und sieben Nächte andauerte.
Die Leute in Trendelburg wussten keine Erklärung für dieses
Unwetter und beschlossen, durch ein Gottesurteil hinter das Geheimnis
zu kommen.
Sie losten eine Person aus, die auf das freie Feld hinausgeführt
wurde und allein ihrem Schicksal überlassen wurde. Das Los traf Trendula.
Kurze Zeit später zuckte ein Blitz vom Himmel und verschlang die
Gottlose. Dieser Blitz riss zwei tiefe Löcher in den Erdboden, die
noch heute zu sehen sind und „Wolkenbrüche“ genannt werden.
Die Trendelburg
Rapunzel
( nach den Gebrüdern Grimm )
Es war einmal ein Mann und eine Frau, die wünschten sich schon lange
vergeblich ein Kind, endlich machte sich die Frau Hoffnung, der liebe
Gott werde ihren Wunsch erfüllen. Die Leute hatten in ihrem Hinterhaus
ein kleines Fenster, daraus konnte man in einen prächtigen Garten
sehen, der voll der schönsten Blumen und Kräuter stand; er war
aber von einer hohen Mauer umgeben, und niemand wagte hineinzugehen, weil
er einer Zauberin gehörte, die grosse Macht hatte und von aller Welt
gefürchtet ward. Eines Tages stand die Frau an diesem Fenster und
sah in den Garten hinab, da erblickte sie ein Beet, das mit den schönsten
Rapunzeln bepflanzt war; und sie sahen so frisch und grün aus, dass
sie lüstern ward und das grösste Verlangen empfand, von den
Rapunzeln zu essen. Das Verlangen nahm jeden Tag zu, und da sie wusste,
dass sie keine davon bekommen konnte, so fiel sie ganz ab, sah blass und
elend aus.

Da erschrak der Mann und fragte: "Was fehlt dir, liebe Frau?"
"Ach," antwortete sie, "wenn ich keine Rapunzeln aus dem
Garten hinter unserm Hause zu essen kriege, so sterbe ich." Der Mann,
der sie lieb hatte, dachte: "Eh du deine Frau sterben lässest,
holst du ihr von den Rapunzeln, es mag kosten, was es will." In der
Abenddämmerung stieg er also über die Mauer in den Garten der
Zauberin, stach in aller Eile eine Handvoll Rapunzeln und brachte sie
seiner Frau. Sie machte sich sogleich Salat daraus und ass sie in voller
Begierde auf. Sie hatten ihr aber so gut, so gut geschmeckt, dass sie
den andern Tag noch dreimal soviel Lust bekam. Sollte sie Ruhe haben,
so musste der Mann noch einmal in den Garten steigen. Er machte sich also
in der Abenddämmerung wieder hinab, als er aber die Mauer herabgeklettert
war, erschrak er gewaltig, denn er sah die Zauberin vor sich stehen. "Wie
kannst du es wagen," sprach sie mit zornigem Blick, "in meinen
Garten zu steigen und wie ein Dieb mir meine Rapunzeln zu stehlen? Das
soll dir schlecht bekommen." "Ach," antwortete er, "lasst
Gnade für Recht ergehen, ich habe mich nur aus Not dazu entschlossen:
meine Frau hat Eure Rapunzeln aus dem Fenster erblickt, und empfindet
ein so grosses Gelüsten, dass sie sterben würde, wenn sie nicht
davon zu essen bekäme." Da liess die Zauberin in ihrem Zorne
nach und sprach zu ihm: "Verhält es sich so, wie du sagst, so
will ich dir gestatten, Rapunzeln mitzunehmen, soviel du willst, allein
ich mache eine Bedingung: Du musst mir das Kind geben, das deine Frau
zur Welt bringen wird. Es soll ihm gut gehen, und ich will für es
sorgen wie eine Mutter." Der Mann sagte in der Angst alles zu, und
als die Frau in Wochen kam, so erschien sogleich die Zauberin, gab dem
Kinde den Namen Rapunzel und nahm es mit sich fort. Rapunzel ward das
schönste Kind unter der Sonne.
Als es zwölf Jahre alt war, schloss es die Zauberin in einen Turm,
der in einem Walde lag, und weder Treppe noch Türe hatte, nur ganz
oben
war ein kleines Fensterchen. Wenn die Zauberin hinein wollte, so stellte
sie sich hin und rief: "Rapunzel, Rapunzel, Lass mir dein Haar herunter."
Rapunzel hatte lange prächtige Haare, fein wie gesponnen Gold. Wenn
sie nun die Stimme der Zauberin vernahm, so band sie ihre Zöpfe los,
wickelte sie oben um einen Fensterhaken, und dann fielen die Haare zwanzig
Ellen tief herunter, und die Zauberin, stieg daran hinauf. Nach ein paar
Jahren trug es sich zu, dass der Sohn des Königs durch den Wald ritt
und an dem Turm vorüberkam. Da hörte er einen Gesang, der war
so lieblich, dass er still hielt und horchte. Das war Rapunzel, die in
ihrer Einsamkeit sich die Zeit vertrieb, ihre süsse Stimme erschallen
zu lassen. Der Königssohn wollte zu ihr hinaufsteigen und suchte
nach einer Türe des Turms, aber es war keine zu finden. Er ritt heim,
doch der Gesang hatte ihm so sehr das Herz gerührt, dass er jeden
Tag hinaus in den Wald ging und zuhörte. Als er einmal so hinter
einem Baum stand, sah er, dass eine Zauberin herankam, und hörte,
wie sie hinaufrief "Rapunzel, Rapunzel, Lass dein Haar herunter."
Da liess Rapunzel die Haarflechten herab, und die Zauberin stieg zu ihr
hinauf. "Ist das die Leiter, auf welcher man hinaufkommt, so will
ich auch einmal mein Glück versuchen." Und den folgenden Tag,
als es anfing dunkel zu werden, ging er zu dem Turme und rief: "Rapunzel,
Rapunzel, Lass dein Haar herunter." Alsbald fielen die Haare herab,
und der Königssohn stieg hinauf. Anfangs erschrak Rapunzel gewaltig,
als ein Mann zu ihr hereinkam, wie ihre Augen noch nie einen erblickt
hatten, doch der Königssohn fing an ganz freundlich mit ihr zu reden
und erzählte ihr, dass von ihrem Gesang sein Herz so sehr sei bewegt
worden, dass es ihm keine Ruhe gelassen und er sie selbst habe sehen müssen.
Da verlor Rapunzel ihre Angst, und als er sie fragte, ob sie ihn zum Mann
nehmen wollte, und sie sah, dass er jung und schön war, so dachte
sie: "Der wird mich lieber haben als die alte Frau Gothel,"
und sagte ja, und legte ihre Hand in seine Hand. Sie sprach: "Ich
will gerne mit dir gehen, aber ich weiss nicht, wie ich herabkommen kann.
Wenn du kommst, so bringe jedesmal einen Strang Seide mit, daraus wil l
ich eine Leiter flechten, und wenn die fertig ist, so steige ich herunter
und du nimmst mich auf dein Pferd." Sie verabredeten, dass er bis
dahin alle Abend zu ihr kommen sollte, denn bei Tag kam die Alte. Die
Zauberin merkte auch nichts davon, bis einmal Rapunzel anfing und zu ihr
sagte: "Sag Sie mir doch, Frau Gothel, wie kommt es nur, sie wird
mir viel schwerer heraufzuziehen als der junge Königssohn, der ist
in einem Augenblick bei mir." "Ach du gottloses Kind,"
rief die Zauberin, "was muss ich von dir hören, ich dachte,
ich hätte dich von aller Welt geschieden, und du hast mich doch betrogen!"
In ihrem Zorne packte sie die schönen Haare der Rapunzel, schlug
sie ein paarmal um ihre linke Hand, griff eine Schere mit der rechten,
und ritsch, ratsch waren sie abgeschnitten, und die schönen Flechten
lagen auf der Erde. Und sie war so unbarmherzig, dass sie die arme Rapunzel
in eine Wüstenei brachte, wo sie in grossem Jammer und Elend leben
musste.
Denselben Tag aber, wo sie Rapunzel verstossen hatte, machte abends die
Zauberin die abgeschnittenen Flechten oben am Fensterhaken fest, und als
der Königssohn kam und rief: "Rapunzel, Rapunzel, Lass dein
Haar herunter," so liess sie die Haare hinab. Der Königssohn
stieg hinauf, aber er fand oben nicht seine liebste Rapunzel, sondern
die Zauberin, die ihn mit bösen und giftigen Blicken ansah. "Aha,"
rief sie höhnisch, "du willst die Frau Liebste holen, aber der
schöne Vogel sitzt nicht mehr im Nest und singt nicht mehr, die Katze
hat ihn geholt und wird dir auch noch die Augen auskratzen. Für dich
ist Rapunzel verloren, du wirst sie nie wieder erblicken." Der Königssohn
geriet ausser sich vor Schmerzen, und in der Verzweiflung sprang er den
Turm herab: das Leben brachte er davon, aber die Dornen, in die er fiel,
zerstachen ihm die Augen. Da irrte er blind im Walde umher, ass nichts
als Wurzeln und Beeren, und tat nichts als jammern und weinen über
den Verlust seiner liebsten Frau. So wanderte er einige Jahre im Elend
umher und geriet endlich in die Wüstenei, wo Rapunzel mit den Zwillingen,
die sie geboren hatte, einem Knaben und Mädchen, kümmerlich
lebte. Er vernahm eine Stimme, und sie deuchte ihn so bekannt; da ging
er darauf zu, und wie er herankam, erkannte ihn Rapunzel und fiel ihm
um den Hals und weinte. Zwei von ihren Tränen aber benetzten seine
Augen, da wurden sie wieder klar, und er konnte damit sehen wie sonst.
Er führte sie in sein Reich, wo er mit Freude empfangen ward, und
sie lebten noch lange glücklich und vergnügt.
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