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Märchen und Mythen um Trendelburg
Der Reinhardswald ist das grüne Herz der Region. Burg und Stadt Trendelburg sind vielerorts der Schauplatz erzählter Märchen und Mythen. Trendula hieß die beherrschende Figur im phantasiereichen Reich der Erzählungen um die Entstehungsgeschichte der Stadt. Mal war sie die zarte umworbene Braut, mal die Riesin mit ungemütlichen Wesen, die vom aufgebrachten, geknechteten Volk den Naturgewalten ausgesetzt und vom Blitz erschlagen wurde.
Der Variationen gibt es einige. Spannend in kultur-historischem Zusammenhang sind sie alle, denn es gibt sie überall, die unterschiedlichen Versionen der Märchen und Legenden.
Auf den "Wolkenbruch" zwischen Trendelburg und Friedrichsfeld
beziehen sich folgende Sagen und Märchen:
Im "Erdfall" der Brüder Grimm erscheint eine Alte, die
Erlösung wünscht, aus einem See in dem ein Schloß und
ein Schatz versunken sind.
Der "Wolkenbruch" oder "Wolkenborst" war der Ort, an dem eine als gotteslästerlich und reich geschilderte Frau aus Trendelburg vom Volk verurteilt wurde, sie auf offenem Feld dem Unwetter auszusetzen. Dort wurde sie vom Blitz erschlagen und es entstand ein großer Krater (nach Lyncker, 1853).
In der Sage von "Trendula" wird von drei Schwestern berichtet, die Töchter des Riesen Kruko ( als Riesen werden in diesen Erzählungen Menschen aus vorchristlicher Zeit bezeichnet). Aufgrund der Tatsache, dass Trendula den heidnischen Göttern treu blieb, kam es zu Unstimmigkeiten zwischen den Schwestern. Die beiden christlich getauften Brama und Saba ließen neue Burgen bauen, um sich von ihrer Schwester zu trennen. Aus Zorn tötete Trendula dann ihre Schwester Saba im Gebiet der Mordkammer. Wie in der Sage vom "Wolkenborst" wird sie vom Blitz erschlagen, weil man sie für ihre Vergehen bestrafen wollte.
In einer anderen Variante ist dann der alternder Graf Kruko der Bösewicht, der sich in Trendula verliebt, sie ihn aber abweist. Am "Wolkenbruch" ereilt sie ihr Schicksal als Mordopfer des lüsternen Grafen.
In "Trendula versetzt Berge" gestaltet Trendula als "Riesin" die Landschaft, indem sie in ihrer Schürze Steine und Erde sammelt, Teile verliert oder ausschüttet.
Märchen und Mythen aus längst vergangener Zeit ranken sich um historische Stätten und Burgen. Die mittelalterliche Burg Trendelburg am Rand des Reinhardswaldes ist Schauplatz zahlreicher Mythen aus vor- und christlicher Zeit. Trendelburg-Gottsbüren wurde im Mittelalter zum Wallfahrtsort, weil dort eine als Wunder angesehene 'blutende' Hostie aufbewahrt wurde.
In Trendelburg-Eberschütz wird heute an der früh geschichtlichen Ringwallanlage eine Stelle gezeigt, an der ein Missionar durch ein Wunder ( ein Wanderstab verwandelte sich in einen ausschlagenden Ast ) die "Heiden" bekehrte.
In den von den Brüdern Grimm gesammelten Volksmärchen wird von einem gefährlichen Wassergeist erzählt, der jedes Jahr sein Opfer verlangt - der Diemelnix. Durch Brot- und Fruchtopfer wurde er besänftigt.


